Geschichte

An einem kalten und dunklen Ort

Märzen 1919

Es schlug nicht mehr. Das Herz lag kalt in meinen Händen. Mein Körper bebte wie von Schüttelfrost.

Wie in Trance öffnete ich meinen Mund und biss in das Organ. Mechanisch bewegten sich meine Kiefer, mahlend und kauend. Als meine Hände leer waren, sah ich sie an, wie um zu vergewissern, welche Tat ich gerade beendet hatte.
Ich nahm eine Bewegung im Dunklen war. Zögerlich sah ich auf, um mehr bei der geringen Licht zu erkennen. Meine Meisterin kam zügig in ihrem purpurnen Kleides über die Bahnreise und Artefakte steigend zu mir. Ich verspürte eine Angst, tief und dunkel. Sie blieb vor mir stehen und Sie umarmte mich.
„Du warst tapfer. Ich bin jetzt da.“
Sie gab mir einen Kuss auf die Wange, um ihre Aussage zu bestätigen. Sie drehte meinen nackten Körper, damit ich sie im Licht der neunundvierzig Kerzen sehen konnte. Das Blut bildete kaum ein Kontrast auf ihrem purpurnen Kleid. Ihre Lippen waren vom Blut an meinen Wangen rotgefärbt, doch sie lächelte. „Du hast es vollbracht“
Ich schloss aus Erschöpfung meine Augen und spürte, wie ich weinte. Meisterin wischte sie weg. Ich sank in ihre Arme. Ihre Anwesenheit strahlte eine schrecklich schöne Wärme aus, die mit jeder Zelle gierig aufsog.
„Erhole dich. Es war anstrengend.“
Das letzte was ich von meiner Meisterin hörte war: „Ich bin stolz auf dich, Alexandra“


Anwesen des Barons de’ Rosen am damaligen Stadtrand von Maasburg am Rhein

August 1919

„Wie haben Sie geschlafen, Herrin?“
Die Bedienstete stand gehorsam am Ende der Treppe, wie sie dies immer an einem Montag tat.
„Danke der Nachfrage, Alexa. Ich habe den gestrigen Abend gut verdaut. Willst du uns heute am Frühstückstisch Gesellschaft leisten?“
Die Baronin de’ Rosen, mit vollen Namen Renamarie Sofia Viktoria de’ Rosen, glitt in ihrem dunkelroten Kleid an der Balustrade der Treppe entlang. Die angesprochene Alexandra neigte den Kopf und senkte dadurch den Blick, bevor sie antworte.
„Wenn Herrin es mir erlaubt.“
Die Baronin kam unten in ihrem wallenden Kleid an und legte ihre behandschuhten Händen das Gesicht der Bediensteten.
„Meine Liebes, sein nicht so bescheiden. Du weisst doch wie sehr ich deine Anwesenheit schätze. Sei doch jetzt so nett und sag der Küche, wir warten ungeduldig auf ihren Kostbarkeiten warten“
Mit einem Tippe auf die Nasenspitze entliess sie das Mädchen.

Servatius nahm den leeren Teller von seiner Herrin und lud es mit dem anderen Geschirr auf einen kleinen Servierwagen. Seine Bewegungen hatten etwas steifes für sein junges Alter und trotz des grossen Aufwandes, konnte ein leichtes wackeln bemerkt werden.
„Danke, Servatius, für die Mühe“
„Haben Sie noch Wünsche, Frau Baronin?“, der Bedienstete sah mit seinem ausdruckslosen Antlitz zu seiner Herrin.
„Ja, ich hätte etwas: Machen Sie alles Bereit für einen Ausflug und wir erwarten allenfalls hochrangige Gäste. Sie müssen aber nicht zu viel vorbereiten, unsere Hauptgast bevorzugt das Einfache.“
„Es ist mir eine Freude Ihnen zu dienen, Frau Baronin“
Der Butler ging und Alexandra wartete noch, bevor sie sich zu einem Aussage hinreissen lies: „Wenn Sie mir meine Verwunderung und eine Frage gestatten: Ich habe nicht erwartet, dass Sie wieder gehen und das wir Besuch bekommen.“
„Nur ein Bekannter und vielleicht noch jemand. Mein wertet Gemahl kehrt per Schiff zurück und du wirst mit mir ihn zur seiner Rückkehr begrüssen. Aber bis alles vorbereitet ist lassen uns noch etwas im Garten flanieren.“


Haupthafen von Maarsburg am Rhein

Selben Tag

An der Menge der Schaulustige erkannt ein Beobachter, dass der Baron Sigmund Rickard de‘ Rose sehr beliebt war unter seinen „Untertanen“ – ein Witz unter den Maasburger Bürger. Mit der für die Stadt so typischen Humor machten die Anwohner dem Wagen der Baronin Platz in dem sie eine Gasse bildeten, johlend und rufend, wie als sei eine Königsfamilie zu Gast.
„Lasst die Baronin de‘ Rosen durch!“, kam es von allen Seiten.
Die Baronin war über den herzlichen Empfang erfreut, was Alexandra nicht zu teilen schien.


Garten des Anwesen des Barons de’ Rosen

Selben Tag

Das Ehepaar de‘ Rosen schlenderte auf dem Gartenkiesweg, nur vereinzelt die Stille unterbrechend, wenn sie einander auf etwas aufmerksam machten. Sigmund sah seine Partnerin, um ein Gespräch einzuleiten: „Ich war eine Zeit weg und neben der Tatsache, dass ich von der Sehnsucht nach meiner Liebsten verzehrt wurde, habe ich mir auch Gedanken über unsere Situation gemacht.“
„Ich bin ganz bei dir.“


Nälkä: Võlutaar < Karkist


Tag: sarkic Geschichte deutsch

Unless otherwise stated, the content of this page is licensed under Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License